Event Chur
BUBBLES #5: Fuerer Nielsen – Leaking Overdrive
Beschreibung
am Samstag
am Mittwoch, Freitag
jeweils Mittwoch und Freitag: 16:00 – 19.00 Uhr
sowie Samstag: 11:00 – 16:00 Uhr
Die Arbeit Goodbye heisst Betrachtende ironisch und spielerisch irritierend in der Ausstellung willkommen. Die fünfte Ausstellung zu Jahresthema Bubbles verweist auf temporäre Pop-ups, indem sie beispielsweise mit der auffällig blauen Farbe die globale Ästhetik von Pop-ups aufgreift und mit der Bedeutung von Räumen durch visuelle Codes, Objekte und narrative Inszenierungen experimentiert. Die Farbe zieht sich als Markierung durch die Ausstellung und findet sich als Fläche von Bear Market wieder. Sie erinnert an die reduzierte, wiedererkennbare Sprache des zeitgenössischen Grafik Designs, das von urbanen Verkaufsflächen bis zu digitalen Storefronts eingesetzt wird. Durch ihre Wiederholung entsteht ein visuelles Branding, das Aufmerksamkeit lenkt – eine Strategie, die hier aus dem Kontext des Konsums in den Ausstellungsraum übertragen wird. Die Ausstellung untersucht damit die Nähe zwischen Kunsträumen und Verkaufsräumen: In beiden werden Objekte in eine Narration eingebettet, Beziehungen hergestellt und Bedeutungen erzeugt. Gleichzeitig wird die Grenze zwischen kapitalistischen Orten und Räumen wie Offspaces ausgelotet, die sich bewusst ausserhalb des etablierten, marktorientierten Galeriebetriebs positionieren und dadurch andere Formen des Experiments, des Diskurses und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung ermöglichen.
Ein Getränkespender und Kartoffelpuffer in Bärchenform erscheinen zunächst als vertraute Alltagsobjekte. Durch ihre veränderte Materialität, ihren Massstab und die Loslösung von ihrer ursprünglichen Funktion werden sie jedoch zu künstlerischen Formen und damit zu Ausgangspunkten für eine Untersuchung von Wert. Die ominöse, kreisförmige Anordnung von Bear Market erzeugt eine beinahe verschwörerische Atmosphäre und lässt an geschlossene Kreisläufe denken.
Der Soda Fountain greift diese Fragen als am Computer erzeugte Form unmittelbar übersetzt in den materiellen physischen Raum auf technologischer Ebene auf: digital entwickelt und 3D-gedruckt. Zugleich verweist der Getränkespender auf die Logik des endlosen Refills und Konsum als potenziell unabschliessbaren Kreislauf. Der Verweis auf das Readymade der Kunstgeschichte ist dabei präsent, wird jedoch durch den digitalen Entstehungsprozess erweitert. Nicht das gefundene Objekt steht im Zentrum, sondern ein technologisch reproduzierbarer Entwurf. Die Ausstellung verbindet Fragen nach Konsumkultur, Technologie und kapitalistischen Systemen. Vertraute Formen und visuelle Strategien werden in den Kunstraum überführt, verschoben und ihrer ursprünglichen Funktion enthoben. Die Ausstellung erscheint dabei selbst wie ein Pop-up und Goodbye ist gleichzeitig eine Begrüssung, ein Abschied und eine Einladung, den Ausstellungsraum als temporäres System zu betrachten, indem Werte und Blasen kritisch befragt werden können.
Die Ausstellung entstand im Rahmen des Gastkuratoriums von Svenja Clauss.
Fuerer Nielsen. Andreas Fürer (*1993) und Sonjoi Nielsen (*1994) sind ein Künstlerduo aus Zürich. Sie entwickeln skulpturale und installative Arbeiten unter Inspiration von Popkultur und Alltagsästhetik. Dabei setzen sie sich mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemen sowie mit Phänomenen und Trends auseinander, die als Blasen verstanden werden können. Sie haben bereits in der Schweiz, Österreich, Bulgarien und Estland ausgestellt.
Veranstaltungsort
Tilde
Vazerolgasse 6, 7000 Chur
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